Die Barock-Traverse sieht anders aus als die moderne Querflöte und klingt auch anders.
Sie wurde in der Mitte des 17. Jh. entwickelt und im 18. Jahrhundert für die
Kammermusik verwendet.
Die Traversflöte besteht aus Holz, meistens nimmt man das harte, doch leichte
Buchsbaum oder Grenadillholz.
Sie ist konisch gebohrt und besteht aus 4 Teilen: Kopf, Mittelstück, Herzstück und
Fuß.
Durch den Einsatz verschiedener langer Mittelteile konnte man sich der jeweiligen
Stimmung der Fürstenhöfe anpassen.
Der Ton ist infolge des kleinen Mundloches sehr zart . Die reine Intonation erfordert
großes technisches Können in Bezug auf Fingertechnik und Ansatz, da es sich um ein
diatonisches Instrument handelt, dessen Applikatur bzw. Grifftechnik wie bei der
Blockflöte auf die Dur- Tonleiter der sieben Grifflöcher eingestellt ist. Die Flöte ist
in D gestimmt. Alle von dieser Tonart abweichenden Töne werden mit Gabelgriffen gespielt
und erfordern einen anderen Ansatz. Sie klingen im Gegensatz zu den Grundtönen matter und
dunkler und geben dem Instrument ein farbenreiches Timbre.
Man sagt, nur die alte Travers zeigt den eigentümlichen Charme und Zauber des
Flötentons in seiner ganzen Lieblichkeit.
"Die Traversflöte ist ein Freund, der eine leise, aber eindringliche Sprache
redet, die freilich im Tageslärm untergeht., zu deren Verständnis man zunächst einmal
etwas können muß: stille sein. Dann aber gibt sie uns mit ihrer inneren Ruhe und
Ausgeglichenheit gerade das, was wir heute so oft ersehnen und nicht finden" (Scheck).