Akademie für Alte Musik in Baden-Württemberg e.V.

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Barockinstrumente

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Streichinstrumente

Worin bestehen die Unterschiede zu den heutigen Instrumenten?

Die Streichinstrumente besaßen früher nicht den starken, kräftigen Ton wie heutzutage, denn die statischen Verhältnisse innerhalb der Instrumente waren anders als jetzt.

Barockvioline

Die Barockvioline weicht in einigen Details von der modernen Violine ab. Sie hat einen kürzeren und dickeren Hals, der mit dem Geigenkörper einen kleineren Winkel bildet. Da hierdurch die Saitenspannung auf den Steg relativ gering ist, benützt sie einen kürzeren und dünneren Baßbalken und einen dünneren Stimmstock. Der Steg ist etwas niedriger und an der Oberseite weniger stark gekrümmt. Bis etwa 1700 wurden reine Darmsaiten benutzt; später auch silberumwickelte G-Saiten.

Der Violinbogen war zwischen 1650 und 1750 meist gerade oder konvex gekrümmt und besaß eine flachere Spitze. Er war leichter als der moderne Bogen und mit weniger Haaren bespannt. Die Bögen variierten beträchtlich in Länge, Gewicht, Verjüngung der Stange und dem verwendeten Material. Erst 1785 entwickelte Francois Tourte den modernen, konkav gekrümmten Bogen aus Pernambukholz.

Der Reiz der Barockvioline liegt in ihrem seidigen Klang, in der leichten Ansprache des Tones und der brillianten und mühelosen Artikulation schneller non legato-Striche. Der nachgiebigere Bogen erleichtert zudem auch das zwei- und mehrstimmige Spiel.

Es erfordert allerdings eine andere Spielweise und Handhabung des Instruments. Auch die Grifftechnik ist etwas verändert.

Barockcello

Dieses Instrument hat dieselben Veränderungen mitgemacht wie die Violine. Ein wichtiger Unterschied zum modernen Cello besteht darin, daß es ohne Stachel gespielt wird und wie eine Viola da gamba zwischen die Knie geklemmt wird.

Traversflöte

Die Barock-Traverse sieht anders aus als die moderne Querflöte und klingt auch anders.

Sie wurde in der Mitte des 17. Jh. entwickelt und im 18. Jahrhundert für die Kammermusik verwendet.

Die Traversflöte besteht aus Holz, meistens nimmt man das harte, doch leichte Buchsbaum – oder Grenadillholz.

Sie ist konisch gebohrt und besteht aus 4 Teilen: Kopf, Mittelstück, Herzstück und Fuß.

Durch den Einsatz verschiedener langer Mittelteile konnte man sich der jeweiligen Stimmung der Fürstenhöfe anpassen.

Der Ton ist infolge des kleinen Mundloches sehr zart . Die reine Intonation erfordert großes technisches Können in Bezug auf Fingertechnik und Ansatz, da es sich um ein diatonisches Instrument handelt, dessen Applikatur bzw. Grifftechnik wie bei der Blockflöte auf die Dur- Tonleiter der sieben Grifflöcher eingestellt ist. Die Flöte ist in D gestimmt. Alle von dieser Tonart abweichenden Töne werden mit Gabelgriffen gespielt und erfordern einen anderen Ansatz. Sie klingen im Gegensatz zu den Grundtönen matter und dunkler und geben dem Instrument ein farbenreiches Timbre.

Man sagt, nur die alte Travers zeigt den eigentümlichen Charme und Zauber des Flötentons in seiner ganzen Lieblichkeit.

"Die Traversflöte ist ein Freund, der eine leise, aber eindringliche Sprache redet, die freilich im Tageslärm untergeht., zu deren Verständnis man zunächst einmal etwas können muß: stille sein. Dann aber gibt sie uns mit ihrer inneren Ruhe und Ausgeglichenheit gerade das, was wir heute so oft ersehnen und nicht finden" (Scheck).

Das Cembalo

ist der größte Vertreter einer Gruppe von Tasteninstrumenten, deren Saiten mittels eines Zupfmechanismus zum Klingen gebracht werden.

Artikulation, Dynamik und Fingertechnik unterscheiden sich in der Spielweise sehr stark vom modernen Klavier.

Das Cembalo wird in der Kammermusik vor allem als Generalbaßinstrument verwendet. Die Noten der Baßmelodie sind hierbei mit Ziffern versehen, die vom Spieler in Akkorde umgesetzt werden. Dies erfordert vom Spieler gute Kenntnis in Harmonielehre und eine umfangreiche Praxis.