Akademie für Alte Musik in Baden-Württemberg e.V.

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Blockflötenkammermusikwochenende vom 28.–30.Oktober 2005 bei und mit Ulrike Engelke

Am 28. Oktober reisten 7 Teilnehmerinnen eines Kammermusikkurses für Blockflötenensemble, Blockflötenspielerinnen aus ganz Deutschland - vom Münsterland bis zum Bayrischen Wald - , zum gemeinsamen Musizieren nach Altdorf. Eingeladen war in das Haus „"Engelke" in Altdorf bei Böblingen. Dass die Anreise zu Ferienbeginn für einige sehr schwierig war und das Eintreffen sich erheblich verzögerte wurde mit großer Gelassenheit akzeptiert; jeder der kam, wurde herzlich in das musikalische Kennenlernen (eine fast 3-stündige Probe) mit aufgenommen. Und natürlich schloss sich dann noch eine gemütliche Gesprächs- und Kennenlernrunde an.

Mit Werken aus der Renaissance (auf Renaissanceflöten musiziert), der Barockzeit und Musik des 20. Jahrhunderts stand ein abwechslungsreiches Programm auf dem Probenplan.

Immer wieder wurden die Stimmen gewechselt, Intonationsfragen besprochen und ausprobiert. Phrasierungs- und Gestaltungsmöglichkeiten wurden aufgezeigt und Anblastechniken geübt. Auch Groß- und Subbass kamen zum Einsatz. Doch die Freude am Musizieren stand immer im Vordergrund und auch befreiendes Lachen kam nicht zu kurz.

Vom gemeinsamen Frühstück bis zur geselligen Runde am Abend konnte man sich in der Gruppe wohlfühlen und es ist ganz erstaunlich, wie offen und vertraut die Gespräche wurden.

(Übrigens eine Erfahrung, die mir auch von anderen Musiktagungen bekannt ist).

Am Sonntagnachmittag fand ein Abschlusskonzert in der Adolf-Rehn-Schule in Altdorf, die auch Domizil der Musikakademie ist, statt. Obwohl es im Altdorfer Boten angekündigt war, hatten sich zwar nur wenige Zuhörer dort eingefunden, aber für die Teilnehmenden trug das Ziel, ein Konzert zu spielen sehr zum konzentrierten Üben bei und das Konzert war für die Gruppe ein schöner Abschluss.

Auf dem Nachhauseweg wurde mir noch einmal bewusst, wie viel ich an diesem Wochenende lernen konnte, wie erstaunlich sich der Klang des neuen Ensembles in diesen 3 Tagen entwickelt und in wie freundlich, geduldiger Atmosphäre Frau Prof. Engelke nicht nur mit uns geübt, sondern auch ihr Haus zur Verfügung gestellt hatte.

Ihr (und ihrem Ehemann) möchte ich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich „Danke" sagen. Ich freue mich schon auf ein weiteres Flötenwochenende in Altdorf.

Ilse Etzel, Friedberg/Hessen

 

Sächsische Zeitung Görlitz vom 23.11.2005

Barockmusik im Barockhaus

Musik: Akademie für Alte Musik spielt in zwei Konzerten am 18. und 20. 11. 2005 Flötenmusik.

Frank Fischer

"Wenn wir in einem Barockhaus auch Barockmusik spielen können, ist das für uns jedes Mal eine besondere Freude, weil das stimmige Umfeld motiviert wirklich sein Bestes zu geben", findet Kathi Kasper, Leiterin der Musikschule „Johann Adam Hiller".

Sie gehört als einzige Görlitzerin zu einem Flötenensemble von acht jüngeren Damen, die bis aus Kiel, der Region Bodensee und dem Ruhrgebiet kommen. Sonntagvormittag erklingt im Barockhaus Neißstraße ein Werkstattkonzert der Akademie für Alte Musik in Württemberg. Das Publikum hört das Zwischenergebnis eines zwei-jährigen Kurses für Blockflöte im Unterricht, das nächstes Frühjahr mit einer Prüfung zu Ende geht. Alle Mitglieder des Ensembles sind pädagogische Fachkräfte für den Blockflötenunterricht oder noch in der Ausbildung und erlernen neben instrumentaler Perfektion auch methodische Fähigkeiten.

"Höhenpunkte solcher Kurse sind unsere Werkstattkonzerte, bei denen wir wieder neue Erfahrungen für eigene öffentliche Auftritte bekommen", erklärt Kathi Kasper.

Einstimmig harmonisieren

Schon am Freitag geschah das bei einem Kammerkonzert für Flöte und Cembalo im St. Wenzeslaus-Stift in Jauernick-Buschbach.

Auch im Barockhaus verbreitete der vereinte Klang von Renaissance- und Blockflöten für eine besondere musikalische Stimmung. Dass Sopran- und Altflöten, Tenor- und Bassflöten, ein Großbass und der 2.50 Meter hohe Subbass so einstimmig miteinander harmonieren, macht den unverwechselbaren Reiz solcher Konzerte aus.

Ulrike Engelke, Leiterin der Akademie für Alte Musik in Württemberg spricht von einer Musik, die vom Klangbild her mit der Orgelmusik vergleichbar ist. Die Herausforderung bei einem Werkstattkonzert sei es, alle Instrumente so originalgetreu wie möglich zu zelebrieren. „Die Artikulation - das perfekte Absetzen der Töne - muss stimmen", so die Chefin. Erst dann lassen sich die Motive heraushören, die Struktur des Stückes wird lebendig und erkennbar. Auch die ausgefeilte Tontechnik gehört zur authentischen Wiedergabe. Schließlich sollte diese Musik früher einmal Sänger und Redner nachahmen.

Ulrike Engelke, die mit ihrer Traversflöte selbst aktiv wurde, freut sich, dass es jedes Jahr ein Wiedersehen mit Görlitz gibt. Schließlich habe die Akademie bis 2004 hier einen Wirkungsbereich gefunden, bevor aus finanziellen Gründen der zwangsweise Abschied kam.

Im Frühjahr und Spätherbst trifft sich das Ensemble in der Kreuzbergbaude Jauernick zu einem viertägigen Kurs, um anschließend in Görlitz ein Werkstattkonzert zu geben. Für internationales Flair ist Chia-hsuan Tsai aus Taiwan zuständig, die das Konzert am Cembalo begleitet.

Pastorale und Suite

Zur Aufführung kamen auch die Pastorale von Pez, Händels C-Dur, die Suite Nr. 1 in e-Moll von Boismortier und das Prelude von D' Hervelois. Nach dem Konzert lobte das Ehepaar Zeisig das hohe Niveau und die harmonische Wiedergabe dieser Musik. "Wir waren schon zu den Konzerten, wo die Akademie noch in Görlitz ausbilden durfte und konnten heute heraushören, dass sich die Flötisten während ihrer Ausbildung weiter verbessert haben."